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Historische Einordnung statt Umbenennung: Das Staatsarchiv Bremen bestätigt seine fachliche Position zur Langemarckstraße.

In einem schriftlichen Gutachten vom 12. Mai 2023 hat das Staatsarchiv Bremen aus historisch-wissenschaftlicher Sicht bereits von einer Umbenennung der Langemarckstraße in Georg-Elser-Allee abgeraten. Diese Stellungnahme wurde (leicht verändert) auch an das ASV – Amt für Straßen und Verkehr Bremen gerichtet und knüpft ausdrücklich an die zuvor erteilte Auskunft des Staatsarchivs an die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau im Zusammenhang mit dem Beschluss des Beirats Neustadt vom 15.12.2022 an.

Damit bestätigt das Staatsarchiv seine bereits zuvor vertretene Position: Die Langemarckstraße ist trotz ihrer Benennung in der NS-Zeit kein unreflektiertes Relikt, sondern seit Jahrzehnten Gegenstand kritischer Auseinandersetzung, Kontextualisierung und historischer Einordnung. Gerade diese gewachsene öffentliche Debattenkultur wird vom Staatsarchiv als vorbildlich bewertet – auch im internationalen Vergleich. Eine Umbenennung sei aus fachlicher Sicht weder notwendig noch wünschenswert.

Die vollständige Einordnung des Staatsarchivs an das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) vom 15. Mai 2023 können Sie hier nachlesen.

Als Langemarck-Interessenvertretung bedauern wir ausdrücklich – und wiederholt –, dass die fachlich fundierte und begründete Stellungnahme des Staatsarchivs Bremen im weiteren Verlauf des Umbenennungsprozesses erneut nicht berücksichtigt wurde. Gerade bei historisch sensiblen Fragen wie der Langemarckstraße bedarf es einer verbindlichen Einbindung wissenschaftlicher Expertise, da diese einen vorausgesetzten Bestandteil von Straßenumbenennungen darstellt und nicht Gegenstand nachträglicher Relativierung oder Ausblendung sein sollte.

Wer Geschichte ernst nehmen will, sollte sich zunächst mit der historischen Einordnung eines Straßennamens befassen – statt ihn voreilig aus dem Straßenbild verdrängen zu wollen, und vorrangig seine Geschichte erklären. Das Staatsarchiv macht hier deutlich: Die kritische Auseinandersetzung mit Ambivalenzen, Brüchen und dem Missbrauch von Geschichte ist eine Stärke – keine Schwäche – einer demokratischen Stadtgesellschaft.

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