Warum die Historische Kommission der SPD Land Bremen für Erhalt und Kontextualisierung plädiert
In ihrer Sitzung vom 11. Juni 2025 hat sich die Historische Kommission der SPD Land Bremen mit der Frage einer Umbenennung der Langemarckstraße in Georg-Elser-Allee befasst. Das Ergebnis der Diskussion ist eindeutig: Aus Sicht der Kommission ist eine Umbenennung nicht notwendig.
Der Name Langemarck wird heute nicht als nationalsozialistische Verherrlichung verstanden, sondern als Mahnung vor Krieg und Gewalt. Der Missbrauch des Begriffs durch die Nationalsozialisten ist seit den 1980er-Jahren in Bremen öffentlich thematisiert und kritisch aufgearbeitet worden – getragen von zivilgesellschaftlichem Engagement.
Die Kommission betont, dass Erinnerungskultur nicht durch Tilgung, sondern durch Auseinandersetzung und Einordnung entsteht. Gerade belastete Begriffe im öffentlichen Raum können Anlass für Reflexion und historisches Lernen sein. Zudem wird die europäische Perspektive hervorgehoben: Für viele europäische Nachbarn, insbesondere in Belgien, steht Langemarck heute für Frieden und Völkerverständigung. Diese Sichtweise gelte es zu respektieren.
Die Historische Kommission spricht sich zugleich dafür aus, die Erinnerung an Georg Elser wachzuhalten, empfiehlt jedoch eine alternative Form der Würdigung an anderer Stelle.
